Das Polizei Auswahlverfahren
Polizei Auswahlverfahren

Was im Polizei Auswahlverfahren auf dich zukommt

Das Polizei Auswahlverfahren ist für die Bewerber des mittleren und gehobenen Polizeidienst höchst anspruchsvoll und lässt den ein oder anderen an seine Grenzen stoßen. Der schriftliche Teil des Polizei Auswahlverfahrens wird überwiegend am Computer durchgeführt und besteht aus einen breiten Reservoir an Aufgaben verschiedener Kategorien. In einen ca. 3 Stunden langen Einstellungstest wirst du in den BereichenIntelligenz, Sprachbeherrschung, Mathematik, Konzentrationsleistung, Persönlichkeitsausprägungen, Denkvermögen, Merkfähigkeit und Allgemeinwissen geprüft. Die meisten Fragen sind im Multiple-Choice-Verfahren durch ankreuzen zu beantworten. Für den schriftlichen Einstellungstest und den Sporttest gelten minimal Ziele die du erreichen musst, um in die Rangliste aufgenommen zu werden. Dabei fließt das Ergebnis vom Sporttest nicht mit ein, dieser muss nur bestanden werden. Das heißt, um so mehr Punkte du im schriftlichen Polizei Auswahlverfahren erreichst, um so höher wirst du in der Rangliste platziert und den schlechteren Bewerbern vorgezogen. Das Einstellungsbüro arbeitet die Rangliste von oben nach unten ab, schließlich möchte die Polizei nur die Besten in ihren Reihen haben.

Aufgaben die dich im Polizei Auswahlverfahren erwarten

Sprachbeherrschung

Als Polizist/in musst du Einsatzprotokolle schreiben, mit Bürgern reden, Gesetze verstehen und erklären können — dies alles setzt Sprachvermögen voraus. Zu den Kernelementen des schriftlichen Auswahlverfahren gehört die Überprüfung der Sprachbeherrschung. Das bedeutet, es werden Rechtschreib- und Grammatikübungen unter Anwendung der neuen Rechtschreibregeln gestellt, beliebt sind zudem Diktate sowie kurze Aufsätze zu vorgegebenen Themen. Sehr häufig behandeln die Themen in diesem Zusammenhang das aktuelle Zeitgeschehen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Auch werden in einen kurzen Abschnitt Ihre Englischkenntnisse geprüft, zudem sucht die Polizei (insbesondere in Berlin) Bewerber mit Migrationshintergrund die neben Deutsch auch Türkisch, Polnisch oder Russisch als Muttersprache beherrschen.
Polizei Auswahlverfahren

Rechnen und Mathematik

Die Grundrechenarten und das Einmaleins sollte jeder beherrschen. Der schnelle Umgang mit Zahlen ohne Taschenrechner beweist, wer auch ohne Hilfsmittel schnell und zügig rechnen kann. Typische Aufgaben um das mathematische Verständnis zu prüfen sind vor allem, Prozent- und Zinsrechnungen in Form von Textaufgaben, fehlende Rechenzeichen zu ergänzen, Rechenoperationen im Kopf rechnen oder das Ergebnis größerer Operationen per Überschlag zu schätzen. Bruch- und Klammerrechnungen, sowie Werte mithilfe des Dreisatz-Verfahren zu ermitteln sind auch jeweils beliebte Aufgaben im Auswahlverfahren. Stelle dich darauf ein das du bei den Prüfungen kein Taschenrechner benutzen darfst.

Konzentration und Geschwindigkeit

Der Konzentration und Geschwindigkeitstest ist selten darauf ausgerichtet, dass die Aufgaben in der vorgegebenen Zeit lösbar sind. Und genau darin liegt der Sinn der Aufgaben. Du sollst zeigen welche Leistungen du unter Zeitdruck erbringen kannst. Dies kann mit typischen Aufgaben wie Buchstaben zählen, ergänzen oder Zahlenkombinationen geprüft werden. Auch beliebt sind Zahlen markieren oder Vorlagen und Originale vergleichen.

Logisches und Visuelles Denkvermögen

Logisches Denken ist eine der wenigen menschlichen Intelligenzen, die sich relativ gut testen und bewerten lassen. Deshalb werden in den meisten Einstellungstests Aufgaben zum logischen Denken gestellt. Diese Art von Aufgaben lassen sich nicht nur gut bewerten, sondern auch gut trainieren. Wenn du dich auf logische Aufgaben gezielt vorbereitest, hast du später im Auswahlverfahren deutliche Vorteile gegenüber den anderen Bewerbern. Typische Aufgaben eines Logiktests sind das Fortführen von Mustern, Buchstaben- oder Zahlenreihen, Schlussfolgerungen oder Sortier-, Zähl- und Rotieraufgaben, sowie Figuren Analogien oder Flussdiagramme.
Polizei Auswahlverfahren

Merkfähigkeit

Merkfähigkeit und Orientierungsvermögen sind wichtige Attribute über die ein Polizeibeamter verfügen sollte. Wie kommt man am schnellsten von einem Ort zum anderen, in welcher Straße befindet sich der Einsatzort oder das Einprägen von Nummernschilder sind nur einige Szenarien die im Polizeialltag vorkommen. Zur Überprüfung der Merkfähigkeit werden dir verschiedene Aufgaben gestellt, wie Routen oder Stadtpläne einprägen, Lebensläufe und Textinhalte merken, Kurvendiagramme und Nummernschilder merken und wiedergeben.

Wissen

Das Aufgabenfeld Wissen ist ein weit reichendes Themengebiet, was schier unendlich scheint. Hier möchte man herausfinden ob es sich um einen wissbegierigen Bewerber handelt, der auch Interesse an gesellschaftlichen Vorgängen wie Politik, Wirtschaft und Kultur hat. Hierbei bewegen sich die Fragen im Auswahlverfahren überwiegend in den Wissensgebieten Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, üblich sind jedoch auch Fragen zur Geschichte, Geographie oder Kunst und Kultur. Auch wird geprüft wie weit man sich in den Strukturen der jeweiligen Behörde auskennt. Tägliches lesen von Tageszeitungen hält dich in Politik, Wirtschaft und Kultur immer auf den aktuellen Stand, auch das Informieren auf den jeweiligen Internetseiten der Behörden ist hilfreich.

Den schriftlichen Teil des Auswahlverfahren bestanden? So geht es weiter!

Sporteignungsprüfung

Der Sporttest, variiert von Bundesland zu Bundesland, ist mehr oder weniger umfangreich und testet Ihre Kraft, Ausdauer, Koordination und Schnelligkeit. Aber genau dieser Sporttest wird von vielen Bewerbern häufig unterschätzt und führt nicht selten dazu, aus dem Auswahlverfahren auszuscheiden. Damit dir das nicht passiert, solltest du dich unbedingt für den Sporttest vorbereiten. Auch geübte Sportler sollten den 2.000m Lauf ein- bis zweimal in der vorgegebenen Zeit von 9:20min. laufen. Je nachdem wie sportlich du bist, empfiehlt es sich mindestens 2 Monate vor der Prüfung sportlich fit zu machen. Die Tests der Bundesländer sind meist so ausgelegt, dass die verschiedensten körperlichen Fähigkeiten in unterschiedlichsten Kombinationen gefordert werden. Da das Auswahlverfahren der Polizei Ländersache ist, führt auch jedes Bundesland unterschiedliche Sporttests durch. Deshalb informiere dich bitte auf der jeweiligen Internetseite der Polizeibehörde und schaue welche Übungen bzw. Anforderungen bei den Sporttest geprüft werden. Zudem musst du eine Schwimmtauglichkeit nachweisen.

Polizei Auswahlverfahren

Einzelinterview und Gruppendiskussion

Hast du den schriftlichen und sportlichen Teil des Auswahlverfahren bestanden, wirst du mit deinen Ergebnissen in einer Rangliste platziert und bekommst früher oder später eine Einladung zum Einzelinterview. Das Einzelinterview dient in erster Linie dazu, dich persönlich kennen zu lernen, wobei du nicht nur in der Lage sein solltest, auf Fragen zu deiner Person und bezogen auf den Beruf zu antworten, sondern durchaus auch eigene Fragen über den Polizeiberuf stellen kannst und solltest. Wichtig hierbei ist, flüssig und deutlich zu antworten und Blickkontakt mit seinem Gesprächspartner zu halten. Im Rahmen der Gruppendiskussion geht es darum, zu überprüfen, wie du dich im Umgang mit fremden Menschen verhältst, wie kommunikationsstark und auch inwieweit du Kooperationsbereitschaft und Durchsetzungsvermögen aufweist. Im Rahmen des Auswahlverfahren wird hierzu neben dem Gruppengespräch meist eine polizeibezogene Übung gestellt, für die innerhalb der Gruppe eine gemeinsame Lösung erarbeitet werden muss. Ein ausführlichen Leitfaden zum Einzelinterview findest du im Online lernen Plus.

Polizeiärztliche Untersuchung

Ziel der polizeiärztlichen Untersuchung ist es, die langfristige gesundheitliche Eignung für den Polizeivollzugsdienst der Bewerber festzustellen. Dabei spielen Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit zum Zeitpunkt der Untersuchung keine bzw. nur eine untergeordnete Rolle. Die polizeiärztliche Untersuchung besteht aus verschiedenen Teiluntersuchungen. Zu deinem Gesundheitszustand wirst du voll umfänglich befragt und ärztlich „von Kopf bis Fuß“ körperlich untersucht: dabei insbesondere Ohren, Nasen-Rachen-Raum, Rücken, das Skelettsystem mit den großen Gelenken, Brustkorb und Bauch. Zudem werden ein Hör-, Seh-, Lungenfunktions-, EKG und Belastungstest durchgeführt. Sei beim Arzt ehrlich und beantworten alle Fragen zu eventuellen Vorerkrankungen, Verletzungen oder zurückliegenden Operationen wahrheitsgemäß. Früher oder später kommt die Wahrheit ans Licht und dies kann zu einer frühzeitigen Kündigung Ihrer Ausbildung führen.

 

Jetzt für das Polizei Auswahlverfahren vorbereiten